Auswahl an Publikationen
KI-Podcast Deep Dive, Gruppe I
Der Aufbruch in die Infosphäre
Aufsätze aus den Anfängen der Netzwerkgesellschaft
E.H., Der Aufbruch in die Infosphäre, Framersheim 2015 (vergriffen)
This book analyzes the historical development of human self-perception within the context of technology, media, and time. The author describes the shift from the mechanistic worldview of the modern era to a modern infosphere in which the boundaries between humans and machines are increasingly blurred. In doing so, the text examines diverse cultural phenomena such as the 1960s revolt, technoculture, and modern mass media as tools of global networking. A central aspect is the digitization of the body, which paradoxically elevates human fallibility or "error" to the ultimate criterion of true existence. Finally, the text illuminates how virtual realities and communication networks are fundamentally transforming traditional social structures and political processes.
Download Schaubild
Vom Autodidakten zum Do-It-Yourselfer
Über die Edukratie in Mittelwelt
erschienen in: E.H., Der Aufbruch in die Infosphäre, Framersheim 2015, S. 172-185 (vergriffen)
Dieser Text untersucht den Wandel vom klassischen Autodidakten hin zur modernen Do-it-yourself-Bewegung im Kontext der Digitalisierung. Während der frühere Selbstlerner isoliert agierte, nutzt das heutige DIY-Lernen globale Netzwerke und das Internet als essenzielle Infrastruktur für kollektiven Wissensaustausch. Der Autor warnt jedoch davor, dass wirtschaftliche Akteure wie Bill Gates diesen Trend instrumentalisieren, um Bildung in ein profitables Geschäftsfeld zu verwandeln und staatliche Institutionen zu schwächen. Durch das Dogma des lebenslangen Lernens droht eine bloße Anpassung an technologische Abläufe, die echte kritische Reflexion verdrängt. Letztlich plädiert das Werk dafür, die konzentrierte Ernsthaftigkeit des Autodidaktentums wiederzuentdecken, um der drohenden Verflachung der Bildung in einer rein ökonomisch gesteuerten Infosphäre entgegenzuwirken.
Geheimniswelten entschlüsseln
erschienen in: Modell Autodidakt, hg. v. Magdalena Taube und Krystian Woznicki, Berlin 2011, S. 102-105In diesem Text kritisiert Eckhard Hammel die moderne serverseitige Automatisierung des Web 2.0, da diese durch übermäßige Benutzerfreundlichkeit das kritische Denken der Anwender unterdrücke. Als Gegenentwurf plädiert er für die clientseitige Programmierung, die technische Prozesse für den Einzelnen wieder transparent und gestaltbar macht. Er überträgt diesen Ansatz auf objektbasierte Lernumgebungen, in denen Lehrende eher als Moderatoren fungieren und die Lernenden zur aktiven Auseinandersetzung mit Datenstrukturen anregen. Hammel verknüpft dabei philosophische Einflüsse wie den Perspektivismus Nietzsches mit der praktischen Umsetzung in seinem Online-Magazin CultD. Letztlich zeigt der Text auf, wie eine bewusste technische Gestaltung trotz digitaler Distanz wertvolle menschliche Begegnungen und wissenschaftliche Diskurse fördern kann.
Intro zu "CultD: An Evening With..."
1997. Erschienen als SVHS-Video und DVDDieser Text basiert auf einem einleitenden Skript für die Dokumentation "CultD: An Evening With…", die Ende der 1990er-Jahre in Düsseldorf entstand. Der Inhalt präsentiert eine tiefgreifende philosophische Unterscheidung zwischen menschlichem Dialog und dem naturwissenschaftlichen Verständnis von Kommunikation. Während der Dialog als subjektiver Austausch von Sinnhaftigkeit beschrieben wird, definiert der Text Kommunikation als selbstorganisierende Vernetzung von Elementen, die unabhängig von menschlichen Absichten funktioniert. In diesem Zusammenhang fungieren Medien lediglich als Filterorgane, die Informationen aus einer komplexen Umwelt selektieren. Abschließend wird erläutert, wie verschiedene Künstler mit dem Kontrast zwischen Signal und Rauschen experimentieren, um diese theoretischen Konzepte in Disziplinen wie Malerei und Klangkunst greifbar zu machen.
megaphone: cool tool
erschienen 1998/2023 als CDA "megaphone: cool tool"
In diesem Text reflektiert eine virtueller Android über die historische Entwicklung des menschlichen Selbstbildes im Verhältnis zur Technik. Über die Jahrhunderte wandelte sich die Wahrnehmung des Menschen vom mechanischen Automaten über die Kraftmaschine hin zum modernen Kommunikationssystem. Die Quelle argumentiert, dass die zunehmende Perfektion der Maschinen den menschlichen Irrtum zum einzigen verbliebenen Existenzkriterium herabstuft. Während frühere Werkzeuge dem Menschen noch Raum für eine Seele ließen, betrachtet die heutige digitale Vernetzung das Lebendige nur noch als mangelhafte Hardware. Letztlich wird der Mensch als unvollkommenes Werkzeug dargestellt, das in einer Welt aus selbstorganisierenden Datenströmen seine einstige Vormachtstellung verliert.
Interaktive Seminare im World Wide Web
erschienen in: Dies Extra. Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Erstes Extrablatt zum dies academicus im Wintersemester 1996/97, S. 2
Ab dem Wintersemester 1996 erhielten Studierende an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf die innovative Möglichkeit, ihre Seminararbeiten direkt in einem interaktiven Client-Server-System im Internet zu publizieren. Diese Plattform ermöglichte es den Nutzern, wissenschaftliche Texte über eine benutzerfreundliche Struktur aus Hauptthemen und Inhaltsverzeichnissen abzurufen und durch eine integrierte Kommentarfunktion fachliche Diskussionen zu führen. Ein besonderer technischer Vorteil bestand darin, dass Teilnehmende ihre Beiträge ohne spezifische HTML-Kenntnisse von jedem internetfähigen Rechner aus in das System einspeisen konnten. Die Texte ließen sich zudem durch multimediale Elemente wie Bilder oder Tonaufnahmen ergänzen, wobei Tipps zur Optimierung der Ladezeiten den Zugang erleichterten. Trotz der offenen Struktur wurde die Notwendigkeit von Passwortschutz und Datenschutz betont, um unbefugte Änderungen an den Inhalten zu verhindern und die akademische Qualität zu sichern. Insgesamt dokumentiert die Quelle einen frühen, wegweisenden Schritt hin zur digitalen Vernetzung und zum interaktiven Wissensaustausch innerhalb der Hochschullehre. Download Schaubild
Windows 95
erschienen in: CultD. Avantgarde Subkultur Underground, hg. v. E.H. et al., Aachen: Verlag mainz, 1996, S. 4-5 (vergriffen)
Dieser Text analysiert Windows 95 nicht bloß als Software, sondern als ein kulturelles Phänomen, das den Übergang vom klassischen Konsumenten zum oberflächlichen User markiert. Der Autor argumentiert, dass die viel gepriesene Benutzerfreundlichkeit eine neue Form der technologischen Abhängigkeit schafft, bei der der Mensch lediglich als Schnittstelle innerhalb eines digitalen Systems fungiert. Das Betriebssystem spiegelt dabei den Wunsch einer modernen Gemeinschaft nach Simplizität wider, während die tatsächlichen Rechenprozesse im Verborgenen bleiben. Diese bewusste Oberflächlichkeit des Designs dient dazu, komplexe technische Realitäten zu verschleiern und den Nutzer in eine mechanische Routine einzubinden. Letztlich wird Windows 95 als ein Spiegelbild gesellschaftlicher Machtstrukturen gedeutet, die durch Datenaustausch und ständige Erreichbarkeit definiert sind. Der Text warnt zudem vor der schwindenden Privatsphäre, da die systemimmanente Hilfsbereitschaft oft mit einer tiefgreifenden Überwachung der privaten Daten einhergeht.
Father was a gambling man...
Zur Umgebung des Glückszustands
erschienen in: Glück. Möglichkeit und Un-Möglichkeit, hg. v. W. L. Hohmann, Essen: die blaue eule, 1995, S. 125-147 (vergriffen)
Dieser Text untersucht die Vielschichtigkeit des Glücksbegriffs aus einer vorwiegend psychoanalytischen Perspektive. Der Autor stellt eingangs fest, dass die europäische Kultur das Glücklichsein oft als banal oder verdächtig abgetan und stattdessen Konzepte wie das Gute oder Wahre priorisiert hat. Im Zentrum steht die Theorie Sigmund Freuds, die Glück als Harmonie zwischen dem Ich und der Außenwelt begreift, während Jacques Lacan die Bedeutung formaler Sprachstrukturen und Symbole für das menschliche Erleben hervorhebt. Anhand von Beispielen wie dem "Fort-Da-Spiel" und der Spieltheorie wird erläutert, wie das Subjekt durch die symbolische Ordnung und die Wiederholung von An- und Abwesenheit geprägt wird. Abschließend kontrastiert der Text das klassische Streben nach Erfüllung mit dem modernen, künstlich erzeugten "Gutdraufsein" durch medikamentöse Einflüsse.
Medien, Technik, Zeit
Zur Geschichte menschlicher Selbstwahrnehmung
erschienen in: Zeit Medien Wahrnehmung, hg. v. Mike Sandbothe und Walther Ch. Zimmerli, Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1994, S. 60-78
Dieser Text analysiert die historische Verflechtung von technologischer Entwicklung und menschlicher Selbstwahrnehmung vom Barock bis zur Postmoderne. Der Autor beschreibt, wie wissenschaftliche Paradigmen – von der Mechanik über die Dynamik bis hin zur Informationstheorie – das Verständnis des menschlichen Körpers und Geistes jeweils prägten. Dabei wird die These aufgestellt, dass technische Medien nicht nur Werkzeuge sind, sondern als externe Gedächtnisspeicher (Hypomnesis) die lebendige Erinnerung des Menschen grundlegend transformieren. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Kybernetik und der Biologie der Autopoiese, welche die Grenze zwischen organischem Leben und künstlichen Systemen zunehmend auflösen. Letztlich zeigt die Quelle auf, dass der Mensch sich heute primär über technologische Parameter definiert und die Unterscheidung zwischen Realität und Simulation schwindet.
Download Schaubild