Auswahl an Publikationen
KI-Podcast Deep Dive, Gruppe II
Erhabenes Aura Punctum
Gedanken zur Architekturfotografie von HG Esch
Beitrag zu einem dreibändigen Opus über die Auftragsarbeiten von HG Esch, erscheint demnächst
In diesem Text setzt sich Eckhard Hammel mit der Architekturfotografie von HG Esch auseinander und analysiert deren ästhetische sowie theoretische Tiefe. Die Werke werden dabei nicht als einfache Abbilder, sondern als eigenständige künstlerische Schnittstellen beschrieben, welche die dreidimensionale Architektur in die Fläche übersetzen. Unter Rückgriff auf Denker wie Kant, Benjamin und Barthes untersucht der Autor Konzepte wie das Erhabene, die Aura und das Punctum in Bezug auf das Medium Foto. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der geometrischen Ordnung und den mathematischen Proportionen, die eine kommunikative Verbindung zwischen dem betrachtenden Subjekt und dem Gebäude herstellen. Letztlich zeigt die Analyse, wie Esch durch gezielte Perspektivwahl und Fragmentierung die funktionale Architektur in eine hypnotische visuelle Erfahrung verwandelt. So wird die Fotografie zu einem Instrument, das über die bloße Dokumentation hinausgeht und die soziale sowie formale Essenz moderner Bauwerke einfängt.
Berliner Mahnmale
Erster Text: Mahnmale in Berlin, in: Erinnern Mahnen Gedenken (EMG), hg. v. E.H., Framersheim 2016, S. 74-82. Zweiter Text: Einleitung zu "Berlin Memopolis. Mahnmale in Berlin", 2. Auflage, Berlin: Talawah 2023.Dieser Text bietet eine tiefgehende Analyse des spezifisch deutschen Begriffs Mahnmal und grenzt diesen deutlich von herkömmlichen Denkmalen oder Ehrenmalen ab. Während ein Denkmal lediglich der Erinnerung dient, zeichnet sich das Mahnmal durch eine negative Appellfunktion aus, die das Wissen um vergangene Gräueltaten in eine ethische Verpflichtung für die Zukunft übersetzt, um deren Wiederholung zu verhindern. Der Autor untersucht dabei die Gedächtniskultur Berlins, in der Mahnmale als vielschichtige Objekte – von Ruinen bis hin zu künstlerischen Installationen – fungieren und stets eine Verbindung von historischer Information und existenzieller Reflexion erfordern. Letztlich wird das Mahnmal als ein dynamisches Instrument verstanden, das gegen das Vergessen und Verdrängen arbeitet und den Betrachter zu einer bewussten Entscheidung für soziales Handeln in einer globalen Gegenwart auffordert.
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Die Krawatte
2019, unveröffentlichtDieser Text von Eckhard Hammel analysiert die Krawatte als vielschichtiges kulturhistorisches Symbol, das weit über ein bloßes Modeaccessoire hinausgeht. Der Autor verfolgt die Entwicklung des Kleidungsstücks von seinen militärischen Ursprüngen bei kroatischen Reitern bis hin zu seiner Funktion als globaler Index für Seriosität und beruflichen Erfolg. Dabei wird beleuchtet, wie der Schlips im 20. Jahrhundert eine soziale Trennlinie zwischen der Elite und der Arbeiterschicht markierte und gleichzeitig die Aussperrung von Frauen aus Machtstrukturen zementierte. Hammel stellt zudem die These auf, dass die Krawatte eine nivellierende Wirkung besitzt, die individuelle Unterschiede innerhalb der männlichen Gemeinschaft zugunsten eines kollektiven Regelsystems unterdrückt. Abschließend thematisiert der Text den Bedeutungsverlust des Accessoires in der modernen IT-Arbeitswelt, was laut Autor zu einer Verschleierung gesellschaftlicher Hierarchien und Verantwortlichkeiten führt.
David Cameron, "Avatar"
erschienen in: E.H., Treibgut, Framersheim 2015 (vergriffen)Eckhard Hammels Analyse des Films Avatar untersucht das Spannungsfeld zwischen der gierigen Erdzivilisation und der naturverbundenen Kultur der Na'vi. Der Autor beleuchtet dabei kritisch die biologische Vernetzung auf dem Mond Pandora, die er als eine Art natürliche Informationstechnologie interpretiert. Ein zentraler Aspekt ist die metaphorische Läuterung des Protagonisten Jake Sully, der durch die weiblich geprägte Welt der Eingeborenen eine Wandlung zum religiös überhöhten Anführer vollzieht. Hammel setzt diese Entwicklung in Bezug zu medientheoretischen Ansätzen von Marshall McLuhan und zieht Parallelen zu christlichen Erlösungsmythen. Letztlich deutet er den Erfolg des Films als Ausdruck einer Sehnsucht nach virtueller körperlicher Freiheit und digitaler Transformation.
Notizen zur "Democracy"
erschienen in: E.H., Treibgut, Framersheim 2015, Appendix (vergriffen)Dieser Text kritisiert die US-amerikanische "Democracy" als ein ideologisches Machtinstrument, das sich grundlegend vom klassischen europäischen Demokratieverständnis unterscheidet. Der Autor argumentiert, dass Begriffe wie "Human Rights" (Jimmy Carter) und "Democracy" (Bill Clinton) lediglich als moralische Fassade für geopolitische Kontrollsysteme dienen, die nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden sind. Historische Beispiele wie die militärischen Operationen in Südamerika oder die militärischen Interventionen im Nahen Osten verdeutlichen laut Quelle zugleich Gelingen und Scheitern dieses Exports. Falls irgendwo demokratische Wahlergebnisse nicht den westlichen Interessen entsprechen, gibt's mit hoher Wahrscheinlichkeit Ärger. Während die traditionelle Demokratie auf Selbstbestimmung beruht, wird die amerikanische Variante hier als ein gescheitertes Universal-Phantasma dargestellt. Die unterschiedlichen Formate von Aschenputtel und Cinderella unterstreichen den tiefgreifenden Unterschied zwischen der traditionellen Erzähl- und der überseeischen Bildschirm-Kultur.
Media Imaginary
The critique of the imaginary in the philosophy of Dietmar Kamper
erschienen in: Ghrebh. Revista de Comunicação, Cultura e Teoria da Mídia, São Paulo, outubro/2012 n. 18
Dieser Text untersucht die Philosophie von Dietmar Kamper, wobei insbesondere seine Kritik am Imaginären im Kontext von Kant und Lacan beleuchtet wird. Während Kant die Einbildungskraft lediglich als funktionales Werkzeug der Erkenntnis betrachtete und ihre unberechenbaren Aspekte ausgrenzte, begreift Kamper sie als eine fundamentale menschliche Kraft, die eng mit dem Körper und dem Begehren verknüpft ist. In Anlehnung an Lacan wird das mediale Imaginäre als eine Art Schutzschild analysiert, das eine künstliche Ganzheit simuliert und den Menschen in einer Welt der technologischen Spiegelbilder isoliert. Kamper warnt davor, dass moderne Medien den lebendigen Körper in statische Zeichen verwandeln und so eine totale Immanenz schaffen, die keinen Raum für das Außerhalb lässt. Um diesen Strukturen zu entkommen, schlägt er ein "Körperdenken" vor, das durch essayistisches Schreiben und künstlerische Experimente die Grenzen der normierten Sprache durchbricht. Letztlich plädiert die Quelle für eine historische Anthropologie, welche die schöpferische Unberechenbarkeit der Phantasie gegenüber der rein technischen Kontrolle verteidigt.
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Literatur gegen Migrationspolitik
erschienen in: in: Mythos-Magazin. Online-Magazin für die Bereiche Mythosforschung, Ideologieforschung und Erklärende Hermeneutik, URL: www.mythos-magazin.de, Bereich Ideologieforschung – Wissenschaftliches Forum, Beiträge 05/2010Dieser Text von Eckhard Hammel untersucht die theoretischen und literarischen Dimensionen der Migration im Gegensatz zur rein staatspolitischen Verwaltung von Grenzen. Der Autor kontrastiert die moderne Migrationspolitik, die von Misstrauen und Sicherheitsbedenken geprägt ist, mit einem philosophischen Verständnis des Wanderns, wie es die Literatur von jeher kennt. Während Staaten Territorien durch Grenzschutz und Bürokratie festschreiben, feiert die Literatur die Bewegung als einen Prozess der ständigen Selbstentfremdung und Erneuerung. Die Quellen verdeutlichen, dass das literarische Reisen eine kreative Grenzüberschreitung darstellt, die sich der statischen Einteilung in Länder entzieht. Der Autor kritisiert, dass moderne Machtapparate die freie Bewegung unterdrücken und Migration in eine Form der Unfreiheit verwandeln. Letztlich dient die Literatur hier als Werkzeug für eine aufständische Kritik, die starre territoriale Ordnungen hinterfragt.
Der Apfel fällt weit vom Stamm
Über Nikolaus Geyrhalters Film Unser täglich Brot
erschienen in: Filmdienst Nr. 61, 2009, „Dem Geld auf der Spur“,
Die Autoren Eckhard Hammel und Andreas L. Hofbauer analysieren in diesem Text Nikolaus Geyrhalters Dokumentarfilm "Unser täglich Brot" und dessen Darstellung der modernen Lebensmittelindustrie. Sie beschreiben eine Welt, in der die technokratische Automatisierung und das Streben nach Profitmaximierung die Natur vollständig verdrängt haben. Der Film zeigt eine klinisch saubere, hochtechnisierte Vernichtung, bei der Lebewesen lediglich als austauschbare Maschinenteile fungieren. Die Autoren kritisieren dabei die ästhetische Distanz des Werks, die den Zuschauer eher in eine passive Akzeptanz führt, statt politischen Widerstand zu wecken. Schließlich wird die industrielle Produktion als ein Kult des grenzenlosen Konsums gedeutet, in dem der ursprüngliche Wert des Opfers verloren gegangen ist. Das Ergebnis ist eine gesellschaftliche Entropie, in der alles Lebendige zu einer unterschiedslosen Masse verschmolzen und verarbeitet wird.
Die Sonnenfinsternis – Hysterie und Apokalypse?
Transkription eines Radio-Interviews mit Eckhard Hammel, WDR Köln am 11. August 1999In diesem Radio-Interview analysiert Eckhard Hammel die gesellschaftliche Wahrnehmung der Sonnenfinsternis von 1999 und widerspricht dabei den medialen Berichten über eine angebliche Massenhysterie. Er beschreibt die Bevölkerung nicht als panisch, sondern als eine eher träge und faszinierte Masse, die das Naturereignis wie ein mediales Spektakel oder einen Videoclip konsumiert. Laut Hammel nutzen die Menschen die apokalyptische Symbolik lediglich für eine dekadente Koketterie mit dem Untergang, ohne dabei tatsächlich an ein Ende der Welt zu glauben. Das Ereignis fungiert für ihn primär als kommunikativer Fetisch, der durch das zeitgleiche Erleben ein künstliches Gemeinschaftsgefühl in einer ansonsten banalen Existenz erzeugt. Letztlich spiegelt die Sonnenfinsternis der Gesellschaft ihre eigene Bedeutungslosigkeit wider, da der gewohnte Alltag trotz der kosmischen Inszenierung unverändert fortbesteht. Diese Analyse verdeutlicht, wie moderne Großereignisse durch die ironische Distanz der Teilnehmer und die Inszenierung der Medien ihren einst religiösen oder bedrohlichen Charakter verlieren.
Fading Paradise
Über den Fetischismus des Schutzes
Text eines Vortrags am 31.10.1998 in der Literaturwerkstatt Berlin und am 1.12.1998 zum Dies Academicus '98 der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Dieser Text untersucht den modernen Fetischismus des Schutzes, der nach einer Ära der allgemeinen Befreiung als neues gesellschaftliches Paradigma auftritt. Der Autor analysiert, wie sich klassische Hilfeleistungen zu anonymen, systemischen Schutzmechanismen gewandelt haben, die sich primär auf abstrakte Kollektive wie Arten oder Datenmengen konzentrieren. Dabei dienen Symbole wie der Panda-Bär als Fetische, die eher die Vernetzung der schützenden Gemeinschaft widerspiegeln als die tatsächliche Realität der bedrohten Objekte. Unter Rückgriff auf Theorien von Baudrillard, Marx und Freud wird dargelegt, dass Schutzbewegungen oft als selbstreferentielle Kommunikationsnetzwerke fungieren. Diese Netzwerke operieren in einem hyperrealen Raum, in dem die Simulation von Umwelt und Sicherheit wichtiger wird als die physische Natur selbst. Letztlich erscheint das Schutzstreben als Versuch, die Entropie von Informationen und globalen Risiken durch technokratische Kontrolle und digitale Vernetzung zu bändigen.
Rio de Janeiro. Brasilien
E.H., Rio de Janeiro. Brasilien, Essen: die blaue eule, 1995 (vergriffen)Dieser Text bietet eine vielschichtige Analyse der Stadt Rio de Janeiro und der brasilianischen Gesellschaft, wobei die Spannung zwischen Chaos und verborgenen Regeln im Mittelpunkt steht. Der Autor hinterfragt westliche Konzepte wie den Fortschrittsglauben und die Entwicklungshilfe, indem er Brasilien als ein Land darstellt, das technologische Moderne und archaische Traditionen paradox vereint. Themen wie die religiöse Vielfalt von Umbanda bis zum Spiritismus, die kulturelle Bedeutung des Körpers sowie die Inszenierung des Karnevals werden als komplexe soziale Spiele beschrieben. Zudem beleuchtet die Quelle die koloniale Geschichte, politische Instabilitäten und die Allgegenwart medialer Simulationen durch das Fernsehen. Letztlich wird Rio als ein Ort porträtiert, an dem Wirklichkeit und Fiktion untrennbar miteinander verschmelzen.
Placebo-Sex
Von Woody Allen zu Michael Jackson
E.H. zusammen mit Anne Gotzmann. Erschienen in: kultuRRevolution. Zeitschrift für angewandte Diskurstheorie, Nr. 30 "Polaritäten im Fluss", 1994, S. 31-33
Dieser Text analysiert Michael Jackson als ein postmodernes Kunstprodukt, das die Grenzen von Biologie, Rasse und Geschlecht durch technologische Perfektion überwindet. Im Gegensatz zur psychologisch greifbaren Figur Woody Allen wird Jackson als ein subjektloses Interface beschrieben, dessen ständige Metamorphosen ihn jenseits von moralischen Kategorien wie Schuld oder Unschuld verorten. Die Autoren deuten sein Wirken als eine Form von "Placebo-Sex", bei dem der menschliche Körper durch eine künstliche, maschinenhafte Oberfläche ersetzt wird. Durch die Verbindung von globalem Kommerz und einer spirituellen Überhöhung fungiert Jackson als eine technologische Ikone, die den Menschen von den Zwängen der Realität befreit. Letztlich wird er als ein androgyner Cyborg dargestellt, der Sexualität nicht mehr als biologischen Akt, sondern als reine Kommunikationstechnik innerhalb einer Medienwelt repräsentiert.
Die Gitarre
erschienen in: E.H., Subjekte der Simulation, Essen: Verlag Die Blaue Eule, 1993, S. 77-90 (vergriffen)Der Text von Eckhard Hammel analysiert die kulturelle und symbolische Bedeutung der Gitarre, insbesondere innerhalb der Rock- und Bluesmusik. Das Instrument wird dabei nicht nur als Werkzeug, sondern als Medium für Sexualität, religiöse Ekstase und technologische Transformation dargestellt. Der Autor beschreibt, wie Musiker durch „Sound“ und „Feeling“ eine spirituelle Verbindung zu einer höheren Instanz simulieren, während die Gitarre gleichzeitig als phallisches Symbol oder Ersatz für familiäre Beziehungen fungiert. Ein zentraler Aspekt ist die Verschmelzung von Mensch und Maschine, bei der die körperliche Motorik in automatisierte, fast geometrische Abläufe übergeht. Schließlich beleuchtet der Essay das Verschwinden des klassischen Gitarren-Fokus zugunsten moderner Computertechnologien und androgyner Performance-Formen. Damit bietet die Quelle eine tiefgreifende philosophische Untersuchung der Rockkultur und ihrer soziologischen Implikationen.
Gewalt im Kommunikationszeitalter. Philosophische Überlegungen
und Strategiegrundlagen gegen den Rechtsradikalismus
erschienen in: Angst, Hass, Gewalt - Fremde in der Zweidrittelgesellschaft. Eine Herausforderung für das Sozialwesen – Ringvorlesung an der FH Münster, FB Sozialwesen, hg. v. Gregor Sauerwald, Münster; Hamburg 1994, 77-88
In seinem Text analysiert Eckhard Hammel den modernen Rechtsterrorismus als ein spezifisches Produkt des Informationszeitalters, das sich grundlegend vom historischen Faschismus unterscheidet. Während frühere Ideologien noch auf rationaler Argumentation und Propaganda basierten, speist sich die heutige Gewalt aus einer medialen Ästhetik des Nervenkitzels und der Suche nach einer vermeintlich „echten“ Realität. Der Autor beschreibt ein wechselseitiges Abhängigkeitsverhältnis zwischen gewalttätigen Tätern und privaten Medien, die durch ständige Berichterstattung eine verstärkende Rückkopplung erzeugen. In dieser durch Computerspiele und Simulationen geprägten Welt wird die Gewalt gegen Fremde zu einem paradoxen Versuch, den eigenen Körper und eine abstrakte Identität rückzuversichern. Hammel kritisiert, dass klassische Ansätze der Aufklärung und des Dialogs gegenüber dieser neuen Form der Sinnlosigkeit wirkungslos bleiben. Er fordert stattdessen eine Sozialarbeit, die sich von der reinen Gesprächstherapie löst und moderne Animationsstrategien nutzt, um den spielerischen und systemischen Charakter dieser Gewalt zu konfrontieren.
Sport, Traum und Television
erschienen in: Juni. Magazin für Kultur und Politik, Nr. 18, Aachen: Alano Verlag, S. 47-55Dieser Text untersucht die tiefe psychologische und medientheoretische Verbindung zwischen modernem Sport und dem Fernsehen. Der Autor nutzt psychoanalytische Ansätze, um das Zuschauen als einen Zustand zu beschreiben, der dem Träumen oder dem Voyeurismus ähnelt. Dabei wird die These aufgestellt, dass im medialen Zeitalter der menschliche Körper verschwindet und durch technologische Signale sowie reine Geschwindigkeit ersetzt wird. Sportliche Wettkämpfe werden zudem als zivile Entsprechungen des Krieges gedeutet, in denen Athleten zu symbolischen Opfern eines messenden Blicks werden. Letztlich dient die mediale Inszenierung der Befriedigung einer tiefen Sehnsucht nach Selbstverlust und technischer Immaterialität.
David Lynch, "Der Elefantenmensch"
erschienen in: E.H., Treibgut, Framersheim 2015, S. 172-185 (vergriffen)Diese wissenschaftliche Analyse untersucht David Lynchs Film Der Elefantenmensch im Hinblick auf die Bedeutung von Sprache, Wahrnehmung und Symbolik. Der Autor beschreibt, wie John Merrick durch das Erlernen von Kommunikation innerhalb der symbolischen Ordnung der Gesellschaft als Mensch „wiedergeboren“ wird. Dabei erfüllen die Krankenhausmitarbeiter technische Funktionen der Informationsverarbeitung, die die Arbeitsweise des Mediums Film widerspiegeln. Ein zentraler Aspekt ist der Übergang von der imaginären zur symbolischen Welt, der sich durch die Enthüllung von Merricks körperlicher Identität und die gleichzeitige soziale Verhüllung vollzieht. Schließlich wird Merrick als Schnittstelle zwischen Natur und Kultur gedeutet, die als Schutzschild vor dem Schrecken des Realen dient. Das Werk zeigt auf, dass der Protagonist als Medium der Vermittlung fungiert, welches die Grenze zwischen dem Eigenen und dem Fremden definiert.
Die Universalisierung des Voyeurismus
Zur Explikation der Medien
erschienen in: Medienwissenschaftliche Beiträge der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Heft 2/3, 1992, S. 12-17
Dieser Text untersucht die philosophische und psychoanalytische Bedeutung von Medien im Kontext der modernen Gesellschaft. Der Autor kritisiert herkömmliche Medientheorien, die Technik lediglich als neutrales Werkzeug betrachten, und setzt diesen Ansätzen Hegels Begriff des Absoluten sowie poststrukturalistische Perspektiven entgegen. Ein zentraler Aspekt ist die Universalisierung des Voyeurismus, die hier nicht als individuelle Perversion, sondern als strukturelles Merkmal unserer Medienkultur beschrieben wird. Dabei verschiebt sich die menschliche Erfahrung weg von einer greifbaren Realität hin zu einem Verweilen in medialen Zwischenräumen. Schließlich führt diese Entwicklung zu einer Immaterialisierung der Wirklichkeit, in der das Subjekt untrennbar mit dem medialen Apparat verschmilzt.
Schluss jetzt mit dem Erhabenen! Kant und Freud
erschienen in: kultuRRevolution. Zeitschrift für angewandte Diskurstheorie, Nr. 26 "Politische Landschaft",1991, S. 73-75
In diesem Text untersucht Eckhard Hammel das philosophische Konzept des Erhabenen durch eine kritische Verknüpfung der Theorien von Immanuel Kant und Sigmund Freud. Der Autor beleuchtet die tief verwurzelte Geschlechterhierarchie, in welcher der Mann dem Erhabenen und die Frau dem bloß Schönen zugeordnet wird. Anhand einer Anekdote über Helmut Kohl und Michail Gorbatschow wird verdeutlicht, wie politische Macht und männliche Monosexualität durch Witze und gegenseitige Bestätigung inszeniert werden. Hammel argumentiert, dass die Produktion des Erhabenen auf einer Verdrängung des Weiblichen sowie körperlicher Regungen basiert und oft eine Nähe zum Tod oder Krieg aufweist. Letztlich wird das Erhabene als ein narzisstischer Rückbezug des Mannes auf sich selbst entlarvt, der in der modernen Medienwelt zunehmend allgegenwärtig und dadurch banal wird.
Hyperphysische Ungründe des Fliegens
erschienen in: konkursbuch 21 "Reisen", hg. von Claudia Gehrke, Tübingen: Konkursbuch Verlag, 1989,S. 62-76
In Anspielung auf Immanuel Kants "Metaphysische Anfangsgründe der Naturwissenschaft" untersucht Eckhard Hammel philosophische Dimensionen des Fliegens als einen Akt der Grenzüberschreitung. Er verknüpft technologische Aspekte der Luftfahrt mit psychoanalytischen Theorien von Freud und Lacan, um das Verhältnis zwischen menschlicher Körperlichkeit und dem Streben nach Vertikalität zu beleuchten. Dabei deutet er den Flug nicht nur als physische Bewegung, sondern als ein komplexes Geflecht aus männlichen Phantasmen, religiösen Motiven wie der Himmelfahrt und der Verdrängung des Animalischen. Durch Rückgriffe auf die Mythologie, den Futurismus und literarische Werke wie Goethes Faust hinterfragt der Autor die vermeintliche Rationalität der modernen Technik. Letztlich erscheint das Flugzeug in dieser Analyse als ein metaphysisches Instrument, das die menschliche Wahrnehmung zwischen dem Wunsch nach göttlicher Erhebung und der Angst vor dem Absturz neu verortet.
Hegel und die Dingproduktion
erschienen in: Hegel-Studien, Band 23, Bouvier-Verlag: Bonn, 1988, S. 227-244Der Text analysiert die Hegelsche Phänomenologie unter besonderer Berücksichtigung der Rezeption durch Jacques Lacan und feministischer Kritiken. Im Zentrum steht die Entwicklung des Bewusstseins, das sich durch die dialektische Überwindung der animalischen Leiblichkeit und den Prozess der Dingproduktion zu universeller Rationalität erhebt. Die Untersuchung beleuchtet kritisch, wie Hegel das Weibliche als unvollkommen und naturgebunden definiert, während der Mann durch Kampf und Arbeit die Vorherrschaft über die Materie erlangt. Das berühmte Verhältnis von "Herrschaft und Knechtschaft" wird hierbei als ein maskuliner Selbstfindungsprozess gedeutet. Letztlich zeigt die Analyse, dass die menschliche Kultur auf einer Verschleierung der biologischen Geschlechterdifferenz basiert, bei der die produktive Kraft des Mannes alles Heterogene dominiert.
Götzengräber und Versehrte
Ding und Kunst in Thomas Manns "Doktor Faustus"
erschienen in: E.H., Subjekte der Simulation, Essen: Verlag Die Blaue Eule, 1993 (vergriffen)
Dieser Text analysiert die Verbindung zwischen Kunst, Psychologie und Philosophie in Thomas Manns Roman "Doktor Faustus". Im Zentrum steht die Figur des Musikers Adrian Leverkühn, dessen schöpferisches Wirken als radikaler Ausbruch aus traditionellen Konventionen und als Spiegelbild nietzscheanischer Ästhetik gedeutet wird. Die Untersuchung zeigt, dass Leverkühns parodistische Kompositionstechniken und sein zynisches Lachen über die Tradition die Grenze zwischen dem Subjektiven und dem Dinglichen auflösen. Dabei wird deutlich, dass radikale Innovation in der Kunst ein Opfervorgang ist. Die Suche nach dem wahren künstlerischen Ausdruck (der wahren Expression) implodiert in Sinnverlust und Wahnsinn.
Nietzsche, Teil I: Zwischen Kant und Lacan
erscheint demnächstTeil I dieses Dokuments bietet eine tiefgehende ideengeschichtliche Analyse von Friedrich Nietzsches radikaler Kritik an Immanuel Kants Erkenntnistheorie und Subjektivitätsbegriff. Der Text untersucht, wie Nietzsche Konzepte wie das "Ding an sich", die Logik und das moralische Urteil als fiktive Konstruktionen entlarvt, die lediglich dem menschlichen Willen zur Macht und dem Bedürfnis nach Weltvereinfachung dienen. Ein wesentlicher Teil der Arbeit verknüpft diese philosophische Kritik mit der modernen Psychoanalyse, insbesondere den Theorien von Jacques Lacan und dessen Modell des Spiegelstadiums. Dabei wird das menschliche Subjekt nicht als feste Einheit, sondern als Effekt sprachlicher Strukturen und symbolischer Ketten dargestellt. Zudem beleuchtet der Text die Genealogie der Moral, indem sie die Entstehung von Schuld und Gewissen aus archaischen Macht- und Tauschverhältnissen herleitet. Letztlich zeigt die Arbeit auf, wie Nietzsche und nachfolgende Denker wie Deleuze den Perspektivismus als notwendige Antwort auf die Illusionen der traditionellen Metaphysik etablieren.